City of God

von Fabiana Kühn

Weltberühmt wurde diese Favela durch den gleichnamigen Film – in den USA und Deutschland bekannt geworden unter dem Namen „City of God“. Erzählt wird dieser Film aus der Perspektive von Buscapé, einem mittellosen Jugendlichen aus dem Viertel, der davon träumt, Fotoreporter zu werden und der dem anscheinend leichteren Weg der Kriminalität widersteht. Das von Bráulio Mantovani verfasste Drehbuch beruht auf einem Roman des Autors Paulo Lins.

 

Der Film kam 2002 in die brasilianischen Kinos und wurde 2003 international veröffentlicht. Er wurde für 4 Oscars nominiert und gewann verschiedene nationale und internationale Preise.

 

Trotz des Filmes kennen nur wenige Leute die Entstehungsgeschichte der Favela. Die Cidade de Deus war ursprünglich in den 1960er Jahren als ein Wohnkomplex von der Stadtverwaltung geplant worden. In ihn wurden Menschen aus 23 Favelas aus der Südzone der Stadt gesandt, in der sich die weltbekannten Viertel wie Copacabana, Ipanema und Leblon befinden. Das Ziel des damaligen Präsidenten, Carlos lacerda, bastand darin, mittellose Leute aus den touristischen Zentren fern zu halten und die Preise von Immobilien in teuren Wohnvierteln zu sichern, die durch die nahen Favelas in Gefahr geraten waren.

 

Der Name “Cidade de Deus” (Stadt Gottes) wurde durch die Politiker geprägt. Die genauen Motive liegen jedoch im Dunkeln. Möglicherweise, um die neuen Einwohner von der Qualität der westlichen Region Rio de Janeiros zu überzeugen, die damals weder zahlreiche Einwohner zählte, noch über eine ausgeprägte Infrastruktur verfügte. Zur selben Zeit wurden durch die Regierung noch weitere Wohnkomplexe geschaffen: Finanziert durch Mittel aus Nordamerika wurden diese Vila Kennedy, Aliança e Esperança (Hoffnung) genannt. Das Ziel der Regierung wurde freilich nicht erfüllt – noch heute prägen Favelas das Bild der Südzone.

Trotzdem stieg die Bevölkerungszahl der Cidade de Deus rapide an. Heute wohnen dort ca. 105.000 Einwohner – nach einer Schätzung  durch SECT und PUC/RJ . Die City of God ist freilich nicht mehr isoliert von anderen Stadtteilen. Durch den Aufstieg Barra da Tijucas breitete sich die gesamte Stadt in den Westen aus. Die angrenzene Cidade de Deus ist Teil des Viertels Jacarepaguá, eines der bevölkerungsreichsten Stadtteile der Stadt.

 

Die „CDD“, wie das Viertel auch genannt wird, ist heutzutage eine Mischung aus Bretterbuden, Apartments und Ziegelsteinhäusern. Es gibt zahlreiche sozio-kulturelle Bewegungen von Bewohnern, die nach Alternativen der Transformation und neuen Perspektiven streben. Ihnen geht es darum zu zeigen, dass es in Favelas mehr positive Referenzpunkte gibt als dies von vielen Brasilianern gedacht wird.

 

Um die Brücke zurück zum Film zu schlagen: Die Schauspieler des Films wurden aus der eigenen Favela ausgewählt. Dort gibt es eine Theatergruppe, die sich Cufa nennt, und durch NGOs unterstützt wird.

 

 

Bei Cufa werden permanent Workshops für interessierte Jugendliche und Kinder in den Bereichen DJing, Breakdance, Graffiti, Streetball ("basquet de rua"), Skateboard angeboten
Zusätzlich können sie Kurse in Gastronomie, Rundfunk und Fernsehen, Design, Theater uvm. belegen und seit neuestem sogar in diesen Gebieten eine Berufsausbildung erhalten.
So erlangten Anfang 2009 knapp 1000 Jugendliche in Zusammenarbeit mit dem Tourismusministerium einen anerkannten Abschluss.


Man versucht also, den Kindern- und Jugendlichen der Favelas über den Weg der Bildung, neue Perspektiven zu bieten und ihnen möglichst solide Voraussetzungen für den Start in ein anderes, weniger leidvolles Leben zu schaffen.

 

 

Mehr über Cufa unter:

 http://cufa-deutschland.blogspot.com/   (Deustchland) 

 http://www.cufaosterreich.blogspot.com/ ( Österreich)

 

 

 

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