Das Buch „Mozart in der Zukunft“ hat bereits großen Erfolg in Österreich und Brasilien. Es wird in Kürze ins Spanische, Schwedische und Englische übersetzt.
Die aus Mogi das Cruzes, Brasilien, stammende Schriftstellerin Tânia Maria Rodrigues-Peters hat gerade das Buch "Mozart in der Zukunft" veröffentlicht. In ihrem Buch schenkt sie Wolfgang Amadeus
Mozart, einem der größten Komponisten aller Zeiten, eine Kindheit, die er praktisch nicht hatte. Mozart bekommt nicht nur eine durch Musik
geprägte, sondern auch eine ganz normale Kindheit, wie sie jedes Kind hat. Er isst Hamburger, spielt mit anderen Kindern, schaut fern... Es ist eine Kindheit, die sich durch Freiräume und die innige
Freundschaft zu dem Jungen namens Max auszeichnet. Die Geschichte erzählt von Fantasie, Eingebung und Kameradschaft, wobei die beiden Jungen sich vom Engel der Musik leiten lassen.
Es wurden bereits mehrere positive Rezensionen über das Buch geschrieben, die unter anderem auch in Österreich erschienen sind, wo Tânia in dem kleinen Dorf Dafins mit ihrem Mann Carsten Peters und
ihren drei Kindern Luana (8), Teo (5) und Toni (3) lebt. Obwohl Tânia sehr mit ihren Kindern und dem Haushalt sehr beschäftigt ist, hat sie dennoch Zeit gefunden, diese wunderschöne,
fantasievolle Geschichte zu schreiben, die für alle Altersgruppen geeignet ist. Hier können Eltern und Kinder sich gemeinsam inspirieren und sich von den Hauptfiguren Max und Mozart leiten
lassen.
Tânia hat KultBrasil ein Interview gegeben, worin sie uns etwas mehr
über ihr Projekt erzählt.
KultBrasil Bevor du nach Österreich gezogen bist, hast du in Spanien und Deutschland gewohnt. Wo fiel es dir am leichtesten dich anzupassen?
Ich denke, dass ich jemand bin, der sich überall leicht anpassen kann. Jeder Ort ist auf seine Art schön, und es fasziniert mich, neue Kulturen kennen zu lernen!
KultBrasil
Wann
hast du dein Talent als Schriftstellerin entdeckt? Kam dir deine Laufbahn als Lehrerin dabei zugute?
Schon als Kind habe ich gerne gelesen. Bereits mit fünf Jahren lernte ich zu lesen und zu schreiben und verschlang von da an die Bücher nur so. Das war ein Schritt zur totalen Hingabe des Schreibens. Die Tatsache, dass ich Lehrerin war, brachte mich der Kinderwelt etwas näher. Durch das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen konnte ich deren Universum besser verstehen. Hin und wieder tut es gut, sich in ein Kind hineinzuversetzen und sich vorzustellen, was die Kinder denken. So ist es leichter, etwas für Kinder zu schreiben. So kam es mir also zugute Lehrerin zu sein. Schon während meiner Schulzeit gewann ich den zweiten Preis bei einem Literaturwettbewerb. Danach machte ich 1996 den ersten Platz von ganz Brasilien bei einem Wettbewerb über Reiseberichte. In Spanien habe ich den siebten Platz bei einem Literaturwettbewerb gewonnen und das auf Spanisch, was nicht meine Muttersprache ist.
KultBrasil Wann kam dir die Idee "Mozart in der Zukunft" zu schreiben? Was hat dich dazu bewegt?
Ich musste zum Konsulat nach Wien reisen, um ein Dokument zu unterschreiben. Zuerst war ich überhaupt nicht begeistert, denn schließlich dauert die Fahrt viele Stunden. Dann habe ich aber die
Gelegenheit genutzt, um die Häuser der großen Komponisten zu besuchen, darunter Beethoven, Strauss, Händel und natürlich Mozart, dessen Haus ich als letztes besuchte. Ich hörte schon immer gern
Mozart. Ich bewundere, ich liebe seine Musik. Bei jeder meiner Schwangerschaften hörte ich immer Mozart, und jetzt lieben meine Kinder Mozart. Also, ich ging ins Mozarthaus und kam weinend wieder
heraus. Das war so bewegend. Es ist so beeindruckend in dem Haus zu sein, wo das größte Genie der Musik aller Zeiten wohnte. Auf dem Heimweg dachte ich an Mozart. Ich dachte daran, dass er kaum eine
Kindheit gehabt hatte. Er lebte mal hier mal dort und reiste mit der Kutsche, um zu seinen Auftritten zu fahren. Es blieb ihm vermutlich keine Zeit für eine normale Kindheit. Dann begann ich darüber
nachzudenken, wie es wohl wäre, wenn er hier bei uns wäre. Natürlich würde ich ihm eine Sachertorte backen, und er würde mit einem anderen Jungen in seinem Alter spielen. Er könnte Skifahren,
Schlittenfahren, Limonade trinken oder Hamburger essen. So ist das Buch "Mozart in der Zukunft" entstanden.
KultBrasil Dein Buch ist in Brasilien sehr erfolgreich
und wird in den größten Buchhandlungen des Landes verkauft. Wie sieht es hier in Europa aus?
In Brasilien war das ein Wahnsinn! Ich kann
noch immer nicht glauben, was alles passiert ist. Zunächst hatte ich drei Lesungen in den Buchhandlungen Livraria Cultura, Livraria Saraiva und Livraria Siciliano. Dann wurde ich von zwei
Fernsehsendern interviewt, darunter auch Rede Globo, und dann noch zwei Zeitungsinterviews, in einer Zeitung war ich sogar auf der Titelseite. Der Fernsehsender TV Cultura hat mich gebeten, eine
ganze Sendung zum Thema Mozart zu gestalten, aber es blieb keine Zeit mehr, denn ich war ja nur zehn Tage in Brasilien. Ich werde also noch einmal wieder hinfliegen müssen. Außerdem werden meine
Bücher noch diese Woche in den großen Buchhandlungsketten Fnac und Nobel erscheinen. Hier in Europa habe ich bisher nur eine Lesung bei der Raiffeisenbank in Sulz, Vorarlberg, Österreich, gehalten.
Aber ich plane weitere Lesungen unter anderem in Spanien und Deutschland. Im Oktober bin ich mit dem Buch auf der Buchmesse in Frankfurt.
KultBrasil
Du hast außer "Mozart in der Zukunft" schon
weitere Bücher geschrieben. Erzähl uns etwas davon.
Ich habe schon zehn weitere Bücher, die
noch fertiggestellt werden müssen. Ständig kommen mir neue Ideen. Zum Glück hilft mir mein Mann Carsten, etwas Disziplin einzuhalten, so widme ich mich nur einem Buch zur Zeit. Das Buch mit dem Titel
"Verloren in Afrika" ist fast fertig, allerdings ist letzte Woche etwas passiert: Wir sind an einem schwarzen See vorbeigefahren, der mich total beeindruckt hat. Ich konnte in der Nacht kaum
schlafen, weil ich immer an den See denken musste. Daraufhin habe ich dann die Geschichte "Die Legende vom Schwarzen See" geschrieben. Ich habe die Geschichte schon einem meiner Illustratoren
geschickt, der den Text mit Aquarellzeichnungen untermalen wird. Gleich nach diesem "literarischen Seitensprung" zum Schwarzen See, werde ich mich wieder "Verloren in Afrika"
widmen.
KultBrasil
"Mozart in der Zukunft" wurde bereits in
vier Sprachen übersetzt: Deutsch, Englisch, Spanisch und Schwedisch. Wann werden die englische, die spanische und die schwedische Version erscheinen?
Die schwedische und die spanische Version
sind schon fertig und werden bald veröffentlicht. Jetzt warten wir noch auf die englische Version, damit auch die Töchter von Barak Obama das Buch lesen können.
KultBrasil
In "Mozart in der Zukunft" sind die beiden
Hauptfiguren Kinder. Meinst du, dass das Buch trotzdem für alle Altersgruppen geeignet ist?
Ich glaube schon. Der brasilianische und
der deutsche Korrektor sind beide Erwachsene und sagten mir, dass sie das Buch ganz toll fanden und es sie sogar sehr bewegt hat. Der Illustrator Pedro Caraça, der viel mit Kindern arbeitet, meinte,
dass die Eltern es ihren Kindern vorlesen sollten.
KultBrasil
Dein Mann hat mir erzählt, dass er beim
Übersetzen des Buches total bewegt war. Was war es, dass ihn so bewegt hat und was glaubst du, können deine Leser von dem Buch erwarten?
Das Buch handelt von Freundschaft und
Hingabe zur Musik. Es ist die Geschichte von Max und dem kleinen Mozart, die beide viel Talent haben. Sie werden aber von ihren Eltern gedrängt, ihr Bestes zu geben. Meiner Meinung nach sollten
Kinder von allem etwas tun, man darf sie nicht drängen, aber wohl motivieren. Man darf ihnen nicht das nehmen, was schnell vorüber ist: ihre Kindheit.
Das, was Carsten im Buch am meisten bewegt hat, ist die Stelle, wo es herauskommt, wer Mozart ist. Ohne etwas zu sagen oder zu erklären geht Mozart dann auf das Klavier zu und beginnt zu spielen,
schöner wie nie zuvor. Zum Glück erscheint den beiden Jungen der Engel der Musik. Ich habe mich dabei von Danila Mercury inspirieren lassen. "Mozart in der Zukunft" ist ein Buch zum Träumen.
Wer möchte, dem schicke ich ein handsigniertes Buch an jeden Ort dieser Welt. Schickt mir einfach ein Mail an tania.maria@rodrigues-peters.com
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Moderator:
Diese Woche bei CadernoW werden wir die Geschichte von der Schriftstellerin Tânia Maria Rodrigues-Peters erzählen.
Tânia kommt aus Mogi das Cruzes [Brasilien] und wohnt seit vielen Jahren in Österreich. Sie hat ein ganz tolles Buch geschrieben, das ein Riesenerfolg in Europa und Brasilien ist.
Im Buch “Mozart in der Zukunft” schenkt sie dem Genie der klassischen Musik eine Kindheit, die er nicht hatte. Er isst Eis, spielt Computerspiele und isst Hamburger mit einigen Freunden gleichen
Alters.
Tânia:
Auf einer Reise nach Wien habe ich das Mozarthaus besucht. Da er mein Lieblingskomponist ist, war ich total begeistert. Auf dem Weg nach Hause, nach Dafins, Vorarlberg, wo ich wohne, dachte ich dann:
Mein Gott! Mozart hatte keine Kindheit. Er hat nur gearbeitet, Musik gemacht, fuhr in Kutschen von einem Ort zum anderen und schlief in Hotels. Und dann mit anderen Jungen spielen… na ja, sein Vater
war sehr streng mit ihm.
Dann dachte ich, mein Gott, wenn er dort spielen könnte, wo wir wohnen, wenn er mit meinen Kindern spielen oder Snowboard- oder Skifahren könnte…
Dann kam mir die Idee den ungefähr zehn Jahre alten Mozart mit einem anderen Jungen, der auch zehn ist und aus dem Dorf kommt, wo wir wohnen, zusammen zu bringen. So kam es zu Max und
Mozart.
Moderator: Tânia hat mit viel Mut und Talent bereits Angebote erhalten, aus der Geschichte sowohl in einen Film als auch in ein Theaterstück zu machen.[...]