Brasilianische Wirtschaft

Brasilien ist mit Abstand die größte Volkswirtschaft in Südamerika. Mit über 180 Millionen Einwohnern stellt Brasilien knapp die Hälfte aller südamerikanischen Einwohner.

 

Dieses große Land bietet zahlreiche Investitionsmöglichkeiten. Die brasilianische Botschaft in Deutschland fasst zusammen, inwiefern die politischen Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte eine gute Grundlage für das Wachstum des Landes geschaffen haben: „1994 hat Brasilien, übrigens der traditionell wichtigste deutsche Handelspartner in Lateinamerika, ein Stabilitätsprogramm initiiert, das sich auf breite Zustimmung der Bevölkerung stützen kann und auch weltweit Anerkennung gefunden hat. Niedrige Inflation, politische Kontinuität, erfolgreiche Privatisierungen, nachhaltige Stärkung der Massenkaufkraft und Marktöffnung haben Brasilien in den letzten Jahren in den Blickpunkt des Interesses international tätiger Unternehmen gerückt.“

Brasilien ist es gelungen, eine diversifizierte Wirtschaft aufzubauen. Gerd Kohlhepp (2003) fasst dies zusammen: Während in den 1960er Jahren der brasilianische Außenhandel zu 90% vom Kaffee-Export abhing, wurde mit Kaffee Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch ca. 5% des Exportwertes erzielt. Zum führenden Agrarexport-Produkt hat sich Soja entwickelt, dessen Produktion zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch einmal stark gestiegen ist. Auch bezüglich anderer Agrarprodukte wie Zuckerrohr, Orangen, Maniok und Sisal nimmt Brasilien einen führenden Rang in der Weltproduktion von Agrarprodukten ein.

Reiche Rohstoffvorkommen haben in diesem Jahrzehnt stark zum Wachstum der brasilianischen Volkswirtschaft beigetragen, insbesondere die Förderung von Eisenerz, Mangan, Kupfer, Blei, Nickel, Zinn, Bauxit, aber auch Gold und Roh-Diamanten.

 

Brasilien verfügt aber auch über eine entwickelte Industrie großer Bandbreite: Brasilien gehört zu den zehn größten Automobilproduzenten der Welt, ist ein wichtiger Erdölförderer, ein Exporteur von Flugzeugen und stark in der Elektrizitätserzeugung durch Wasserkraft. Während in Europa die Unabhängigkeit von Benzinmotoren noch eine Zukunftsvision ist, ist das „Tanken“ von Alkohol und Erdgas seit langem eine Alltagsrealität.

 

Aufgrund der hohen Bevölkerungszahl hat Brasilien einen riesigen Binnenmarkt. Mit dem Wachstum der letzten Jahre und Jahrzehnte hat auch der Konsum deutlich zugenommen. Es gibt zahlreiche brasilianische Unternehmen, deren Schwerpunkt auf Konsumprodukten mit Fokus auf den brasilianischen Markt haben.

 

Nicht zu vergessen ist auch der stark wachsende Tourismus-Sektor und die Kultur-Industrie. Brasilianische Musik beliebt sich weltweiter Beliebtheit, aber auch brasilianische TV-Produktionen und Telenovelas werden in zahlreiche Regionen der Welt exportiert.

 

Probleme für die brasilianische Wirtschaft stellen große Einkommensunterschiede und soziale Ungleichheit dar. Außerdem gibt es einen großen Sektor der informellen Wirtschaft, der einerseits arbeitswilligen Mitgliedern der Bevölkerung einen Raum für selbständiges Engagement schafft, aber andrerseits durch das Fehlen vom sozialer Steuerung, Sicherung und auch der Abfuhr von Steuern nicht zum Wachstum der Volkswirtschaft verhilft.

 

 

Referenz:

Kohlhepp, Gerd (Hrsg.) (2003): Brasilien. Entwicklungsland oder tropische Großmacht des 21. Jahrhunderts? Tübingen, 266 Seiten.

 

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